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Mit Gottes Hilfe in Myanmar
„Ja, ich werde nach Myanmar gehen“, antwortete ich meinem Vater auf seine Frage, ob ich die Kinderheime und einige Gemeinden dort besuchen möchte. So planten wir den Einsatz vom 24.5. bis 8.6.08. Am 3.5. kam dann plötzlich dieser schreckliche Zyklon (Wirbelsturm) im Süden von Myanmar, das Gebiet, in das ich reisen wollte.
Gott erhörte unsere Gebete für ein Einreisevisum und so begannen mein Begleiter und ich voller Vertrauen auf Gottes Führung die Fahrt. Zuerst flogen wir nach Yangonn (ehemalige Hauptstadt von Myanmar). Hier sahen wir, dass der Wirbelsturm große Zerstörungen hinterlassen hatte. Immer wieder musste ich weinen über das was ich sah und hörte: 95% der Häuser wurden zerstört, über 100.000 Menschen kamen ums Leben, noch immer waren nicht alle Leichen geborgen, Wasser und Luft waren vergiftet.
Viele Pastoren haben ihre Gemeinden verloren, Bibelschulen wurden zerstört. Die Menschen dort waren sehr dankbar, dass wir gekommen sind, und mit unseren begrenzten Mitteln ihrer Not begegneten .
Später sind wir nach Myntschina (Nord-Myanmar) geflogen, wo unser Waisenhaus ist. Die Kinder warteten schon sehnsüchtig auf uns.
Nach dem Abendessen haben sich die 93 Kinder und 9 Mitarbeiter im Versammlungsraum getroffen, um Abendgottesdienst zu feiern.

Drei ältere Jungen leiteten den Lobpreis. Als ich hörte, wie sie von ganzem Herzen sangen, musste ich weinen, weil ich sah, wie schön und kostbar der Gesang der Kinder in Gottes Augen war. 20 der Kinder sind neu in dem Heim. Ihre Eltern sind durch verschiedene Gründe ums Leben gekommen: Krieg, Drogen, Alkohol, Krankheit, Überschwemmung, Feuer.
Ich fragte einen Jungen: „Was willst du werden, wenn du groß bist?“ „Ich möchte Soldat werden“, antwortete er mir. „Warum denn?“ „Weil die Soldaten meine Eltern umgebracht haben, ich möchte mich für meine Eltern rächen!“ Ich war schockiert über den Hass, den der Junge im Herzen hatte und betete: „Herr, bitte berühre ihn mit deiner Liebe, nimm den Hass aus seinem Herzen.“ In den kommenden 2 Tagen bin ich immer wieder zu ihm gegangen, und versuchte ihn zu lachen zu bringen. Am dritten Tag konnte er endlich einmal von Herzen lachen. Ich kann kaum beschreiben, wie ich mich in diesem Moment gefreut habe.
Immer wieder erlebte ich Gottes Führung und Schutz. Einmal wollte ich in eine andere Stadt fahren; in der Nacht jedoch zeigte der Herr mir im Traum, wie ich von Polizisten verhaftet wurde. So warnte mich Gott davor, in diese Stadt zu gehen und ich habe den Plan verworfen.

Wir trafen uns mit 2 Pastorenehepaaren aus dem Grenzengebiet Lazhai zwischen China und Myanmar. Hier leben viele minderjährige Waisen. Im Gespräch und Gebet spüre ich eine große Bürde, ein Kinderheim in der Stadt Lazhai zu gründen. So haben mein Vater und ich uns entschieden, dort ein neues Waisenhaus mit den 2 Pastorenehepaaren zu beginnen. Für den Anfang haben wir bereits 5 Waisen. Als wir später wieder nach Yangonn kamen, gründeten wir auch dort ein weiteres Waisenhaus, um Kinder, die bei dem Wirbelsturm ihre Eltern verloren haben, aufnehmen zu können. Ich danke dem Herrn, dass er schon, bevor wir gekommen sind, Menschen vorbereitet hat, die ein barmherziges Herz für Waisen haben, so dass wir mit ihnen 2 neue Waisenhäuser gründen konnten. Wir beten, dass der Herr sie versorgt, er ist der Vater der Waisen. Wir beten, dass die Kinder die Liebe Jesu erleben, ihr Glaube an Gott Tag für Tag wächst und sie ihre Berufung in Gottes Reich entdecken und ihr folgen.
Der chinesische Prediger Watchman Nee sagte: „Für mich verlange ich nichts, aber für den Herrn, alles.“

Zum Schluss stellte ich allen Kindern eine Frage: „Was möchtest du werden, wenn du groß bist?“ Die Antworten haben mein Herz tief berührt: „Ich möchte auch ein Kinderheim bauen, so dass noch mehr Waisen geholfen wird; ich möchte ein Lehrer werden, ich möchte Pastor werden und eine Gemeinde in meinem Heimatort bauen; ich möchte ein Arzt werden, damit viele Eltern nicht wegen Krankheit sterben müssen; ich möchte ein Musiker werden und die Liebe Jesu besingen; ich möchte wie Bruder Isaac werden, Menschen in Not helfen und die Liebe Jesu weitergeben….“ Hierbei spürte ich den Herzschlag Jesu: „Der Geist des Herrn ist auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, auszurufen das Gnadenjahr des Herrn und den Tag der Rache unseren Gott, zu trösten alle Trauernden.“
Liebe Freunde, liebe Geschwister, vielen Dank für Eure Gebete und Unterstützung! Die Waisen, die Menschen in Myanmar sind dankbar, euch als Vater, Mutter, Bruder und Schwester zu haben. Wir sind froh, mit Euch zusammen Gottes Hände und Füße in dieser Welt zu sein. Der Herr segne Euch.
Isaac Liu