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UND NOCH IMMER GEHE ICH
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Am 05.12.88 war ich im Leonberger Kreiskrankenhaus. Dort wurden Schichtaufnahmen von meinem rechtem Hüftgelenk getätigt. Oberarzt Dr. Geitner teilte mir als Ergebnis eine partielle Hüftkopfnekrose mit: also auf Deutsch: der Hüftkopf ist am Absterben!
Am 07.12.88 erklärte mir Professor Scherer, Leiter der Chirurgischen Abteilung das Ergebnis der Röntgenaufnahme. Ich zitiere aus seinem Brief an den Hausarzt (Fremdwörter in Klammern!) :
Röntgen:
„Es zeigt sich ein ‘teilweiser Gewebetod’ (Teilnekrose) des Hüftkopfs mit beginnender Verschmälerung des Gelenkspaltes.“
Therapie:
„Eine operative Therapie ist bei dem jugendlichen Patienten zur Zeit nicht angezeigt; zum Beispiel ein künstliches Hüftgelenk (HTP), eine Knochenmarks- (Spongiosa) Auffüllung des Hüftkopfes erscheint ebenfalls sinnlos, da die Knorpelflächen zerstört sind"
Als ich Professor Scherer befragte woher diese Nekrose komme, teilte er mir mit, daß es sich hier um eine sogenannte "ideologische Nekrose" handle, das heißt, daß die Ursache unbekannt ist. Er empfahl mir im März ‘89 noch einmal zum Röntgen zu kommen, vielleicht könne er mit Professor Holz, dem Chefarzt der Chirurgie und Orthopädie im Katharinenhospital, sprechen und meinen Fall in Tübingen als „Lehrbeispiel“ vorstellen.
Am 27.12.88 bekam sehr starke Beschwerden am linken Bein, die von Stunde zu Stunde zunehmen.
Ab dem 28.12.88 konnte nur noch mit größter Mühe gehen und beschloß zu Beten und zu Fasten, bis Heilung eintritt.
29.12.88: Jetzt konnte ich nicht mehr auftreten. Eva betete mit mir. Wir salben mit Öl und ich bat Herbert Ros um Gebetsunterstützung. Bis zum Abend ergab sich keine Verbesserung und ich erwog, meine Predigtdienste für den 31.12.88 und 1.1.89 an Älteste der Gemeinde abzugeben.
Am 30.12.88 feierte ich mit Eva das Abendmahl. Unter großen Beschwerden habe ich den Silvesterabend-Gottesdienst im Sitzen abgehalten. Die Gemeinde lies ich für mich beten.
Als Jahreslos zog ich:
„Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand"
Am 01.01.89 konnte ich nicht zum Gottesdienst. Einen Tag später haben die Schmerzen im Bein nachgelassen und ich konnte wieder die Morgengebetsstunde besuchen.
Am 03.01.89 hatte ich den dritten Fastentag hinter mir und das Bein wurde von Tag zu Tag besser. Doch ich erbat mir vom Herrn ein Biblewort und öffnete willkürlich meine Bibel. Meine Augen wurden auf Psalm 34:20,21 gerichtet:
„Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der Herr. Er bewahrt alle seine Gebeine nicht eines von ihnen wird zerbrochen."
Das war für mich eine starke Ermutigung und ein direktes Reden des Herrn.
Am 06.04.89 wurden im Leonberger Krankenkaus erneut Röntgenaufnahmen getätigt. Dr. Lechner als Röntgenarzt teilte mir mit, daß die Bilder den gleichen Befund liefern. Es fand also, entgegen ersten Voraussagen der Ärzte, keine Verschlechterung statt. Doch Oberarzt Geitner schilderte mir sehr eindrücklich, daß der Hüftkopf, langsam aber sicher, überall auseinanderbrechen würde und sich auflöst. Er empfahl mir eine Vorstellung bei Professor Dr. Holz, Katharinenhospital in Stuttgart. Dazu gibt er mir einen Brief folgenden Inhalts (gekürzt) mit:
„Lieber Herr Holz,
Herr Röckle hat am 31.12.86 einen ‘krankhaften, dazwischenliegenden Schenkelhalsbruch’ (pathologische intermediäre Schenkelhalsfraktur) links bei einer vorbestehenden arteriell erweiterten (aneurysmatischer) Knochen’cyste’ (‘’=eine durch eine Kapsel abgeshlossene Geschwulst mit Inhalt) erlitten. Beginnend 1987 fanden sich dann cystische Veränderungen im Bereich des Hüftkopfes. Im Februar ‘88 Metallentfernung, wobei hier aus dem Klingenlager eine Gewebeuntersuchung (Histologie) entnommen wurde, um einen möglichen Rückfall (Rezidiv) zu erkennen. Ein Rezidiv konnte jedoch histologisch nicht nachgewiesen werden. Die jetzige Röntgenkontrolle zeigt eine ausgeprägte Hüftkopfnekrose links, wobei sich es unseres Erachtens nicht um ein Rezidiv handelt. Der Patient ist jetzt subjektiv relativ beschwerdenfrei. Wir möchten Herrn Röckle vorstellen mit der Frage, ob bei Zunahme der Beschweren der Ersatz des Hüftgelenks durch ein künstliches (Implantation einer trabekulären Hüfttotalendoprothese) angezeigt ist. Ein kopferhaltendes Vorgehen kommt unseres Erachtens beim jetzigen Befund nicht in Frage.“
Am 18.04.89 versuchte mich im Katharinenhospital vorzustellen, aber da ich keinen Überweisungsschein hatte, ‘durfte’ ich unverrichteter Dinge wieder abreisen...
Etwa eine Woche später nahm ich am Pastorentreffen in Albershausen teil. In der Gebetszeit erhielt ich von Uwe Maurischat eine schöne Bestätigung für meinen Dienst: ER sieht, wie „Satan durch verschiedene Widerstände mich davon abzuhalten sucht (in den letzen Wochen verließen viele Geschwister die Gemeinde), aber wie Gott mich hindurchführt und ich die Berufung erfüllen werde, die er in mein Herz hineingelegt hat.“
Am 09.05.89 klappte es dann doch noch mit der Vorstellung bei Prof. Dr. Holz im Katharinenhospital, wenngleich dies mit drei Stunden Wartezeit verbunden war. Währendessen ich Dr. Margies Buch „Heilung durch sein Wort“. Prof. Holz bestätigte mir nur den Befund vom Leonberger Krankenkaus und meinte wenn ich nicht mehr gehen könne, werden sie mir ein Hüftgelenk einsetzen... Einer der Ärzte oder Pfleger fragte mich, ob ich mit dem Stock gekommen bin. Als ich zu Eva heimkgekommen bin, war ich eigentlich sehr zuversichtlich. Nachdem die Ärzte offensichtlich nichts mehr für mich tun konnten, war ich nun ganz auf die Hilfe des Herrnangewiesen.
Am 11.05.89 war Esslingen-Zell auf der Abschluß-veranstaltung der BFP-Konferenz mit Reinhard Bonnke, der über Jakobus 1 Vers 17 predigte. Am Ende machte er einen Aufruf für die, die sich neu vom Feuer Gottes entzünden lasen wollen. Insgeheim betete ich zu Gott, daß er mich auf meinen Platz anrührt. Dann rief Reinhard Bonnke solche auf, die unter unheilbaren Knochenkrankheiten leiden und sagte „er hört das Wort des Herrn wie es damals an Hesekiel erging, daß er zu den Toten Gebeinen sprechen soll, daß sie leben“. Das tat er dann während die Betroffenen ihre Hand auf die kranke Stelle legten.
Das war für mich eine gewaltige Ermutigung, da ich nur wenige Zeit vorher dasselbe Wort Morgens im Halbschlaf empfangen hatte und dann zu Eva sagte, „ich muß zu diesen toten Gebeinen sprechen“, und das dann auch tat.
11.05.96: Zwischenzeitlich sind sieben Jahre verstrichen. Ich bin überzeugt, daß Satan meine Gesundheit attackiert hatte. Das wurde mir auch durch Bruder Norbert Weigel bestätigt. Auch er hatte bei einem Besuch in unserer Gemeinde ein Bild gesehen, wie eine dämonische Macht hinter mir steht und versucht an meinem Bein Zerstörung anzurichten.
Durch Gottes Gnade darf ich sagen, daß ich bis heute nicht mehr beim Arzt war und fast beschwerdefrei gehen kann. Meine Frau, Eva, sah einmal in einem Bild, wie Engel meine Knochen stützen. Weiterhin vertraue ich auf Gottes heilende Kraft.
Bernhard Röckle